Die ultimative Packliste für deinen Segeltörn

Aktualisiert: Sept 17


Du gehst zum ersten Mal oder seit langem wieder auf einen (Charter-)Segeltörn für mehrere Tage/Wochen und fragst dich, was du am besten einpacken sollst? Dann ist die Antwort: so viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Packliste Checkliste Segeltörn zum Download

In den weiteren Absätzen folgt eine etwas ausführlichere Liste - vorrangig für Charteryachten in wärmeren Gefilden, aber ich denke, auch Bootseigner oder Ostsee-Segler können noch die ein oder andere Idee mitnehmen.




1. Kleidung

Wie oben schon angekündigt, gilt insbesondere für diese Kategorie: less is more. Trotzdem reicht leider nicht nur ein Bikini oder eine Badehose und ein Sonnenhut.


Neben ein paar leichten Sachen, die möglichst nicht aufgehängt werden müssen, denn dafür ist auf Charteryachten meist nur wenig Stauraum, brauchst du auf jeden Fall auch warme bzw. lange Kleidung, denn auch im Sommerurlaub auf dem Mittelmeer oder in der Karibik kann es an Bord mal frisch werden. Außerdem schützt es dich vor den lästigen Moskitos.

Eine extra Segel-Jacke, wie z. B. von Musto, brauchst du meiner Meinung nach nicht, v.a. wenn du nur selten segeln gehst. Es tut auch eine normale Regen-/Windjacke oder eine dünne Hardshell, wie man sie beim Skifahren trägt und eine warme Mütze.


An die Füße gehört an Bord entweder nichts (aber Achtung, akute Aua-Gefahr!) oder feste Schuhe mit weißer / heller Sohle, damit du guten Halt hast, nirgends hängen bleibst und dich verletzt oder - schlimmer noch - über Bord gehst. Eine helle Sohle sollten sie haben, damit keine dunklen Streifen an Deck hinterlassen werden.

Darüber hinaus sind ein paar Flipflops oder Badelatschen sinnvoll, wenn du in der Marina / dem Hafen in die öffentliche Dusche gehst.


2. Sonnenmanagement

Hoffentlich hast du während deines Segelurlaubs schönes Wetter! Dann denke aber auf jeden Fall auch daran, dass die Sonne durch das reflektierende Wasser und generell weniger Schatten an Bord deiner Segelyacht noch intensiver ist, als an Land. Darüber hinaus schätzt man die Hitze durch den kühlenden Wind oft falsch ein.


Nimm also bitte eine Kopfbedeckung mit, ausreichend viel und starke Sonnencreme (auch in Form von Lippenstift), als auch Aftersun. Ebenso natürlich mindestens eine Sonnenbrille (und falls du Angst hast, dass sie über Board gehen könnte, auch ein zugehöriges Brillenband).


In einem anderen Blogartikel wurde außerdem schon mal erklärt, dass es für sehr empfindliche Haut lohnenswert ist schon vor dem Törn, aber auf jeden Fall währenddessen Calcium (z.B. in Form von Brausetabletten) zu nehmen. Das soll die Auswirkungen von Sonnenallergie reduzieren.


3. Segel-Kram

Für das eigentliche Segeln brauchst du natürlich deine Segelscheine, je nach Gebiet dein Funkzertifikat und - um deinen Törn ordentlich zu dokumentieren - ein Logbuch. Letzteres ist auf Charteryachten nicht vorhanden.


Segelhandschuhe

Darüber hinaus braucht die ganze Crew Segelhandschuhe. Diese sind in der Handinnenfläche mit Leder verstärkt und schützen die Hände, wenn eine Leine mal durchrauscht. Hat man in so einem Fall keinen Handschuh an, schneidet man sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Hand auf. Manche Crews haben auch noch mal extra "Mooring-Handschuhe" an Bord, um die Mooringleinen, die es beim römisch-katholischen Anlegen vom Steg/der Mole aus nach vorne zu führen gilt und die oft mit scharfen Muscheln besetzt sind, anzufassen. Ich persönlich finde, dass hierzu ebenfalls die Segelhandschuhe dienen, aber man muss in Kauf nehmen, dass diese dann jedes Mal nass und auch schmutzig werden.


Um zur Not schnell irgendwo einen Leine kappen zu können oder eine Sodaleine (auch mit einpacken!) für welchen Zweck auch immer zu kürzen, solltest du auf jeden Fall ein scharfes Taschenmesser mitnehmen.


Damit du beide Hände frei hast und trotzdem den Motor, die Bilge oder sonstige dunkle Ecken inspizieren kannst, empfiehlt sich eine Stirnlampe. Taschenlampen sind meist an Bord von Charterbooten, aber die musst du eben immer in einer Hand halten. Ebenso nutze ich die Stirnlampe super gerne, um abends im Dunkeln von Land mit dem Dinghy zurück zum Boot zu fahren: auch hier hat man beide Hände frei, um das Dinghy loszubinden, um den Außenborder zu starten, um die Yacht zu finden, um das Dinghy festzumachen und um an Bord zu klettern.


Apropos mit dem Dinghy an Land: Es lohnt sich einen wasserdichten Sack/Tasche mitzunehmen, in dem man bei einer Dinghy-Fahrt alle wichtigen Sachen verstauen kann, sollte - aus welchem Grund auch immer - doch mal mehr Wasser an dich und deine Taschen kommen, als geplant. In Revieren, in denen man auch oft an Land schwimmen kann (wie z.B. in den BVIs), kannst du so einen Sack auch einfach an dir festbinden und hinter dir herziehen.

Für das tatsächliche Segeln, die Routenplanung etc. empfehle ich dir, dein Smartphone mit sämtlichen praktischen Segel-Apps auszustatten, wie z.B.


4. Sicherheit

Meist ist an Bord einer Charteryacht eine Bord-Apotheke vorhanden, die aber nur mit dem aller nötigsten ausgestattet ist, deshalb empfehle ich dir zusätzlich eine eigene mitzunehmen. Was da genau rein muss, hängt natürlich an deiner Crew. Sind Kinder dabei? Dann brauchst du z.B. viele Pflaster, Fieberzäpfchen etc. Tendiert jemand zu Seekrankheit? Dann was gegen Übelkeit. Aber immer sollte mir rein: Rettungsdecke, Zubehör für einen Druckverband, Verbandszeug, Brandsalbe, Schmerztabletten, Mittel gegen Erkältung, Fieberthermometer.


Rettungswesten sind immer an Bord einer Charteryacht für alle Gäste vorhanden. Allerdings nur die ganze einfachen. Wenn du dich besser/sicherer ausgestattet fühlen möchtest, dann lohnt es sich, dir eine eigene Automatikweste zu kaufen und diese mitzunehmen.

Segelyacht Drohne SUP Boot

5. Praktisches

Je nachdem, ob du alleine in einer Kajüte schläfst oder mit einem Partner, lohnt es sich je nach Schnarchverhalten und eigener Empfindlichkeit auf jeden Fall Ohrstöpsel (z.B. von Ohropax) einzupacken. Neben einem lauten Schlafnachbar können auch eine ans Boot stoßende Boje, Wellen, Schwell oder Partynächte an Land schlafraubend sein.


Für das Leben an Bord solltest Geschirrhandtücher mitnehmen. Oft sind auch 2-3 an Bord, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass das für eine Crew-Größe von 5-6 Personen ohne Spülmaschine zu wenig ist. Dazu brauchst du dann auch noch Wäscheklammern, weil ständig was zum Trocknen aufgehängt werden will. Die angesprochenen Geschirrhandtücher, aber ebenso Badezeug, Kleidung und Handtücher.


Dazu gehört ebenso Spülmittel, Schwamm, Rei in der Tube, Müllsäcke mit Zugband - all das kannst du natürlich auch erst vor Ort kaufen, sobald du dich versichert hast, was evtl. schon an Bord ist.

In die gleiche Kategorie würde ich auch einen Duftbaum einordnen. Ja, wirklich! Das Abwasser an einer Segelyacht wird in einem Tank gesammelt, den man dann an erlaubter Stelle entleeren darf. Heißt aber, eine Zeit lang ist der Tank gefüllt und fährt mit. Das führt dazu, dass es in der Nasszelle nicht immer frisch riecht und ein Duftbaum kann davon zumindest ein wenig ablenken.


Zum Schluss dieses Kapitels empfehle ich dir noch ein oder mehrere Feuerzeuge. Eigentlich will man ja so wenig Feuer wie möglich an Bord haben, aber oft lässt sich der auf einer Yacht typisch Gas-Herd am einfachsten mit einem Feuerzeug zum Brennen bringen.


6. Spaß (optional)

Der Spaß darf auf deinem Segeltörn natürlich keinesfalls zu kurz kommen. Je nach Revier, Wetter und Geschmack könnten dabei z.B. diverse Aufblastiere, ein SUP oder die klassische Luftmatratze helfen.

Schnorchel, Taucherbrille und Flossen lohnen sich eigentlich immer und nicht nur für Familientörns. Allerdings ist es auch hier lohnenswert mit dem Vercharterer zu sprechen, denn oft gehört das ebenfalls zur Ausstattung.


Für alle, die Spaß am dokumentieren der Reise haben, dürfen Kamera, Unterwasserkamera oder sogar Drohne nicht fehlen.


Zur ausgelassenen Stimmung beim Anlegedrink, beim Badestopp oder als Belohnung nach einem harten Segeltag gehört gute Musik - drum nimm am besten deinen eigene Bluetooth Lautsprecher-Box mit. Natürlich kannst du auch die Lautsprecher an Bord nutzen, aber manchmal funktionieren sie nicht, oder man hört sie nur an einer bestimmten Stelle gut oder sie sind nur unter Deck angebracht.


Falls die Abende/Tage mal lange werden oder man wegen des Wetter viel unter Deck sein muss, eigenen sich Spiele wie Würfel und Karten (aber dran denken, dass diese zumindest draußen auch leicht wegfliegen).

Lichterkette an Segelboot Segelyacht

Ich gehöre ja auf jeden Fall zum Team "Lichterkette" - und zwar aus zwei Gründen. Zum Einen sieht es einfach schön aus und intensiviert jede wunderbare Abendstimmung. Zum Andere kannst du dein Boot beim abendlichen Heimkommen mit dem Dinghy in einer vollen Bucht aber leichter identifizieren.


Ebenfalls gut für die Stimmung und trotzdem sicher, sind batterie- oder solarbetriebene E-Teelichter oder ähnliche Leuchtmittel.


7. Geek - Stuff (optional)

Zum Abschluss kommen hier noch ein paar Dinge, die du sicher nicht zwingend brauchst, die aber für den ein oder anderen Törn bzw. den ein oder anderen Typ Segler interessant sein könnten.

Nicht immer hängst du am Landstrom und manchmal geht auch die Batterie zur Neige, sodass ein Solarladegerät helfen kann, die verschiedensten Devices zu versorgen. Alternativ oder zusätzlich kann dir für diesen Fall auch ein Akku-Pack helfen.


Falls du in einer sehr stürmischen Zeit, einem sehr gefährlichen Revier unterwegs bist oder du einfach nur für alles gewappnet sein möchtest, dann brauchst du auch einen Wantenschneider, um im Notfall (wie z.B. Mastbruch) die Drahtseile durchschneiden zu können.

Bucht voller Segelboote vor Anker ( Ankerboje )

Für Ankern in einer vollen Bucht lohnt es sich eine Ankerboje mitzunehmen. Das klingt (und ist wahrscheinlich auch) zwar typisch deutsch, aber verhindert, dass andere Boote sich über deinen Anker legen oder ihren Anker bzw. Ankerkette auf deinen fallen lassen. Dazu bringst du ein Ende einer Leine an einer Boje an. Die Leine muss mindestens so lang sein, wie das Wasser an dem Punkt tief ist, an dem du den Anker fallen lässt. Dann bindest du das lose Ende am Anker fest und wirfst die Boje über Bord, bevor du den Anker fallen lässt. Sobald du dein Ankermanöver abgeschlossen hast, musst du dann noch zur Boje schwimmen oder per Dinghy fahren und die Leine ggf. auf die tatsächliche Länge anpassen, sodass die Boje mit gerader Leine über dem Anker und über Wasser treibt. In der Regel befindet sich keine Ankerboje an Bord einer Charteryacht, aber theoretisch kannst du natürlich auch einen Fender zweckentfremden.

Obstnetz an Bord einer Segelyacht