• Katrin

Einmal mit dem Segelboot um Elba

Aktualisiert: 21. Nov.

Italien - Toscana - Elba: Törnbericht von August 2021


Ende August 2021 segelten wir zu fünft eine Woche um Elba herum. Unseren Törn stelle ich dir im Folgenden mit vielen Fotos, genauen Ortsangaben und Tipps vor.

In 6 Tagen haben wir circa 108sm auf einer Sun Odyssey 349 zurück gelegt. Gechartert haben wir das Boot bei 43° Parallelo ab der Marina di Scarlino am italienischen Festland. Die Marina ist recht neu und sehr schön angelegt. Es gibt genügend Parkplätze, viele Restaurants und Bars. Nur zum Einkaufen musst zu zum nächsten Supermarkt fahren.

Unsere Yacht war leider in keinem guten Zustand (u.a. funktionierte der Autopilot nicht), es gab jedoch zum Glück keine Sicherheitsbedenken. Da es aufgrund der Hochsaison auch keine Alternativen gab und es zu lange gedauert hätte, das Boot zu reparieren, sind wir mit unserer Glas-halb-voll-Mentalität in See gestochen.


Tag 1: von Marina di Scarlino, Festland nach Porto Azzuro, Elba (ca. 23 Seemeilen)


Wie schon geschrieben, startete unser Segelurlaub in der Marina di Scarlino (italienisches Festland). Es ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für einen Segeltörn. Mit dem Auto ist sie etwas einfacher zu erreichen, als per Flugreise, da die nächstgelegenen Flughäfen Pisa und Florenz je ca. 2 Fahrstunden entfernt sind. Solltest du mit dem PkW ankommen, kannst du in der bewachten Marina parken (das kostet allerdings für eine Woche über 100€) und direkt an den Piers ausladen. Die recht neu wirkende Marina ist toll angelegt - mit einigen kleinen Läden, wunderschönen Restaurants, einem Beach Club und sehr guten Sanitäranlagen. Der nächste Supermarkt ist allerdings auch nur mit dem Auto zu erreichen.


Porto Azzuro - Segeltörn Elba Italien
Porto Azzuro

Wir haben am ersten Tag am Vormittag abgelegt und uns auf den Weg nach Elba gemacht. Direkt an der Ausfahrt der Marina musst du zuerst im Fahrwasser bleiben, das durch je 2 Tonnen gekennzeichnet wird. Wir hatten perfekten Wind und konnten den Großteil der Strecke mit ordentlicher Krängung segeln. Kurz vor der Ankunft in Porto Azzuro durften wir etliche Delfine beobachten. Es sollte allerdings die einzige Begegnung in dieser Woche bleiben.


Im Hafen von Porto Azzuro hatten wir übrigens einige Wochen vor dem Start des Törns einen Anlegeplatz per Email reserviert. Es war Hauptsaison und Wochenende und deshalb wahrscheinlich eine gute Idee.

Die Altstadt des Örtchens Porto Azzuro selbst besteht aus lauter kleinen Gässchen mit vielen tollen Restaurants, zwischen denen man sich kaum entscheiden kann.


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Tag 2: von Porto Azzuro über Laconella nach Baia Fetovaia (ca. 23 Seemeilen)


An unserem zweiten Tag sind wir früh morgens zum Sonnenaufgang aufgebrochen. Unterwegs gab es ein leckeres Frühstück von der besten Smutje.

Unterwegs zum Ziel Baia Fetovaia legten wir einen Stopp vor Laconella ein - auf der Westseite des Spiaggia di Lacona. Im türkisblauen Wasser konnten wir mit viel Platz ankern, baden, schnorcheln und am Ufer eine kleine Höhle inspizieren.

Laconella, Spiaggia di Lacona, Segeln Elba Italien
Laconella

Am frühen Nachmittag machten wir wieder los, um in Richtung Baia Fetovaia zu segeln. Die Bucht ist einer der beliebtesten und schönsten auf ganz Elba und darum auch oft sehr voll. Es gibt dort keine Bojen oder eine Marina, sondern nur Ankermöglichkeiten. Da auch viele Tagesausflugsboote da sind ist es tagsüber sogar eher voller, als am Abend. Trotzdem wollten wir nicht als letzte ankommen und uns dann irgendwo zwischen die schon festgemachten Boote quetschen.


Als wir gegen 15:00 ankamen war es wie erwartet schon sehr voll, aber wir hatten Glück und konnten auf der Westseite einen schönen Platz ergattern. Dort war es windgeschützt und der Anker hielt auf ca. 10m Tiefe fest. An Land steht ein bunter Sonnenschirm neben dem anderen und es gibt mind. ein tolles Restaurant mit Aussicht. Wir haben allerdings an Bord gegessen und die einmalige Sonnenuntergangsstimmung an Deck genossen.


Tag 3: von Baia Fetovaia über Spaiggia della Cala nach Marciana Marina (ca. 20 Seemeilen)


Der dritte Tag unseres Segelurlaubs sah eigentlich vor, nach Capraia zu segeln. Die zum Nationalpark gehörende Insel ist hauptsächlich von einer Steilküste umrandet. Es gibt 2-3 Buchten, in denen du ankern kannst und einen Hafen, der neben dem Anlegen an Land auch ein großes Bojenfeld bieten. An jeder Boje können 2 Yachten anlegen - eine davor und eine dahinter. An der Boje hängen für jedes Boot 3 Leinen: 2 für den Bug und eine für das Heck. Damit liegen die Boote fest und können nicht schwojen.


Unser Plan musste leider kurzfristig geändert werden, da es gewitterte und sich Windhosen bildeten. Wir änderten deshalb nach einem viertel der Strecke unseren Kurs und steuerten Marciana Marina an.


Da sich das Wetter bis zu unserer Ankunft dort wieder aufklarte, legten wir zuvor noch einen Ankerstopp in der Nähe des Spiaggia della Cala ein: Wir ankerten für 2 Stunden einsam auf der Höhe der Villa della Caletta.

Segelurlaub Elba Spiaggia Della Cala, Marciana Marina
Ankerplatz vor der Villa della Caletta

Marciana Marina ist ein wunderschönes italienisches Dorf mit Marktplatz, vielen Restaurants sowie einem kitschigen Strandclub. Wir haben unseren Abend unter anderem für ein echt italienisches Eis genutzt.

Die Marina ist recht neu und sehr gut ausgestattet.


Marina Marciana Segeltörn Elba
Marciana Marina

Tag 4: von Marciana Marina über Enfola nach Portoferrario (ca. 12 Seemeilen)


Am vierten Tag haben wir den perfekten Wind zum Segeln genutzt. Die oben angegebenen Seemeilen sind der direkte Weg. Wir haben durch vieles Wenden, Halsen und Kreuzen wahrscheinlich eher doppelt soviel Strecke gemacht und dabei eine Menge Spaß gehabt.


Unser Mittagsstopp lag in der Bucht Enfola - direkt vor dem Nationalpark "Parco Nazionale dell'Arcipelago Toscano". Als wir gegen 14 Uhr ankamen, war die Bucht schon recht voll, aber sie zieht sich so weit nach Norden und Süden, dass man immer noch gut einen Ankerplatz finden konnte - vor allem, wenn man nicht über Nacht bleiben will.


Als Anlegeplatz für die Nacht haben wir Portoferraio ausgesucht. Der Ort hat auch einen großen Fährhafen, aber die Marina für Segelboote liegt direkt vor der Altstadt und man bekommt weder von den Fähren, noch von deren Schwell etwas mit. Wir haben hier zuvor angerufen und einen Liegeplatz an der Mole vor den Restaurants und Bars reserviert. "Vor den Restaurants" zu liegen ist natürlich Geschmackssache, aber wir finden es ganz schön, zumindest einen Abend je Törn, den vorbeiflanierenden Touristen zuschauen zu können.

Tagsüber wird die Straße an der Mole von Autos befahren, aber am Abend ist sie gesperrt und wird zur Fußgängerzone.


Der Ort selbst lädt zum Spazierengehen ein. Läuft man die engen Gassen der Altstadt nach oben, hat man eine wunderbare Aussicht auf Stadt, Hafen und Bucht.



Tag 5: von Portoferrario nach Baia di Bagnaia (ca. 4 Seemeilen)


Unseren fünften Tag haben wir genutzt, um ausgiebig an Land zu frühstücken, frischgepressten Orangensaft und leckeren italienischen Kaffee zu trinken. Außerdem haben wir nochmal unsere Board-Vorräte aufgefüllt und dafür auch den lokalen Markt besucht, um frisches Obst zu kaufen.


Deshalb haben wir am Nachmittag nur einen kleinen Schlag zu einer gegenüberliegenden Bucht gemacht. Man kann dort ankern, aber wir hatten Glück und durften die Bojen der dort ansässigen Segelschule "Segelzentrum Elba" nutzen. Solltest du auch in den Genuss kommen wollen, musst du unbedingt im Büro der Schule anrufen und fragen - es kann nämlich auch sein, dass die Boje abends für das Schulschiff gebraucht wird.


Man legt dort an einer Boje am Bug an, von der 2 Leinen für den Bug und eine weitere für das Heck weggehen. Das heißt man liegt wie an Land mit einer Mooringleine und schwojt über Nacht nicht.


Festmachen an Boje mit Bug- und Heckleine beim Segelzentrum Elba
Festmachen an Boje mit Bug- und Heckleine

Tag 6: von Baia di Bagnaia über Cala Martina zurück zur Marina di Scarlino, Festland (ca. 26 Seemeilen)


Unser letzter Tag führte uns zurück in die Maraina die Scarlino. Da das ein recht langer Schlag war, sind wir schon mit dem Sonnenaufgang gestartet und haben noch einen Badestopp in der Cala Martina gemacht.


Nach dem Auftanken (gleich hinter der Einfahrt auf rechten Seite), dem Anlegen und Auspacken, haben wir uns noch einen letzten Abend im Cala Felice Beach Club (erstes Foto) gegönnt. Dorthin kannst du zu Fuß ab der Marina gelangen.


Die Marina die Scarlino (zweites Foto) bietet allerdings auch direkt am Hafen genug sehr schöne Restaurants mit tollen Speisekarten. Man muss sie also nicht zwingend verlassen, um einen besonderen letzten Abend zu verbringen.




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