• Katrin

4 Gründe, weshalb du in einer Flottille segeln solltest

Aktualisiert: 13. Feb.

Flottille? Was ist das?

In einer Flottille segeln, über eine oder zwei Wochen hinweg, mehrere Boote zusammen die gleiche Strecke. D.h. sie starten morgens vom gleichen Startpunkt und treffen sich abends am gleichen Ziel. Dazwischen fährt jeder die Route in der Geschwindigkeit zu der Zeit, die für ihn richtig erscheint. Man segelt also nicht im Ententanz hintereinander her, wie manchmal fälschlicherweise behauptet wird.


Zusätzlich fährt als Service eine Art Begleitboot mit, auf dem 2-3 Profis (Skipper*in, Techniker*in, Host*ess) sind, die bei Problemen zur Seite stehen, die Route planen und die Anlegeplätze auswählen. In der Regel gibt es aber pro Woche auch einen sogenannten "free sailing day", an dem jeder ganz alleine unterwegs ist.



Es gibt einige Anbieter für Flottillensegeln, wie z.B. Nautilusyachting oder Sailingsholidays. Das größte Angebot bietet allerdings Sunsail, bei denen auch ich meine Flottillen-Erfahrungen gemacht habe.


Für wen ist nun also ein Flottillen Yachtcharter das richtige...



1. Du bist Skipper-Neuling


Das erste Mal die Verantwortung für eine Segelyacht (oder Katamaran) und die zugehörige Crew zu tragen, kann schnell ganz schön viel werden. Wie wird das Wetter? Habe ich die Vorhersage richtig interpretiert? Sollte ich jetzt reffen? Wie lange brauchen wir wohl zum angestrebten Ziel? Kriegen wir noch einen Platz in der Marina? Hält der Anker? Und das sind nur einige wenige Fragen, die einem als Skipper*in so durch den Kopf gehen. Da kann die eigentlich erhoffte Entspannung im Segelurlaub auch mal auf der Strecke bleiben.


In einer Flottille wird dir davon einiges abgenommen. Die Routenplanung wird von den Profis übernommen - natürlich unter Berücksichtigung der Wettervorhersage. Auch für den freien Segeltag geben sie Tipps und haben Vorschläge oder Feedback, wenn man möchte. Ebenso reservieren sie Anlegeplätze und helfen (falls nötig oder erwünscht) beim Anlegen oder beim Ankern. Selbstverständlich prüfen sie dabei auch, ob alles sicher vertraut ist bzw. der Anker fest hält.


Von den unter leichter Anleitung ausgeführten Anlegemanövern kann man sich viel abgucken für zukünftige sogenannte "Bareboat" Törns (also ohne Flottille oder professionellen Skipper an Board). Darüber hinaus hat man auch immer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und dadurch von den Profis zu lernen. Es ist also immer ein mini Skippertraining inklusive.


Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, hat die Möglichkeit eine*n professionelle*n Skipper*in vom Vercharterer mit an Board zu nehmen. In einer Flottille ist es wahrscheinlicher, dass der Organisator sich darauf einlässt, den Skipper z.B. nur für die ersten 2 Tage dabei zu haben. Dann kann man in Ruhe das Boot kennenlernen und seine neu erworbenen Skipperfähigkeiten erstmal mit Unterstützung anwenden, bevor man den Rest des Urlaubs dann mit gutem Gefühl aber alleine an Board verbringt.

In der Regel ist dieser dann auch nur tagsüber auf dem gleichen Boot und ist nachts/abends bei seinen Kolleg*innen auf dem Begleitboot. So hat man morgens und abends also auch seine Privatsphäre. All das ist aber individuell beim Buchen zu erfragen und abzustimmen.



2. Du willst ein neues Revier mit Unterstützung kennenlernen


Wenn du schon in verschiedenen Revieren gesegelt bist, weißt du, dass manche Dinge überall ein bisschen anders funktionieren. Manchmal legt man typischerweise mit Mooringleinen an, dann römisch-katholisch mit dem Anker oder zwischen Dalben. Mal ist der Untergrund zum Ankern sandig, mal steinig oder voller Seegras.


Je fremder ein neues Segelrevier ist, desto mehr neue Fragen und Unsicherheiten können aufkommen.

Seekarte Routenplanung Sailchart

In einer Flottille hast du immer Profis dabei, die entweder aus der jeweiligen Region stammen oder sich dort sehr gut auskennen. Sie erklären dir alle lokalen Besonderheiten und weisen dich auf Beachtenswertes hin, wenn z.B. zur Zeit eine Fahrwassertonne fehlt oder leicht abgetrieben ist und man deshalb mehr Abstand halten muss, als gewöhnlich (mir z.B. so passiert in der Karibik :-) ).



3. Du willst möglichst viele Stunden des Tages segeln und trotzdem einen guten Anlegeplatz


In der Hochsaison des jeweiligen Segelreviers kann es gut und gerne passieren, dass man um 15:00 eine Marina ansteuert und per Funk oder vor Ort darüber informiert wird, dass keine freien Plätze mehr zu haben sind. Gleiches gilt für Bojenfelder. Oft bleibt dann also nichts anderes übrig, als einen Ankerspot zu suchen, der unter Zeitdruck vielleicht nicht immer so schön ist, wie erhofft.

Am nächsten Tag fährt man dann den nächsten Hafen zur Sicherheit schon um 13:00 an.


Segelst du dahingegen in einer Flottille, hast du das Glück, dass das Begleitteam Anlegeplätze oder Bojen für dich reserviert bzw. die besten und schönsten Ankerplätze aussucht und freihält. Die andere Seite der Medaille ist, dass es auch hier ein Zeitfenster gibt, in dem man ankommen muss. Das ist auf jeden Fall deutlich bevor es dunkel wird, aber keinesfalls schon um 15:00 zu Ende.


Bei den meisten Flottillen findet jeden Morgen um 9:00 ein Tagesbriefing mit allen Skipper*innen statt - danach kann jeder starten, wann er möchte. Will man aber an einem Tag schon mal zum Sonnenaufgang los, gibt es meist die Möglichkeit, das individuell mit dem Chef-Skipper abzustimmen.


Es gibt aber noch einen weiteren Zeitvorteil... und zwar, wenn Reparaturen anfallen. Jeder, der schon öfter gechartert hat, wird dir bestätigen, dass auf Charterbooten früher oder später ein kleineres oder größeres Problem auftritt: selbst verursacht oder einfach durch eine Kombination aus Verschleiß und Pech. Sollte es so gravierend oder störend sein, dass du nicht weiter segeln kannst oder willst, kann es bei einem Bareboat Charter durchaus passieren, dass man mal einen halben Tag auf eine*n Taucher*in oder eine*n Mechaniker*in oder einen anderen Spezialisten warten muss. Bei der Flottille hingegen ist ein*e Techniker*in stets mit vor Ort und während du beim Abendessen bist oder morgens noch in Ruhe duschst, werden in der Regel die aufgetretenen Probleme gelöst.



4. Du (oder deine Kinder) willst Leute kennenlernen


Die Zusammensetzung der Flottillen-Teilnehmer*innen ist meist sehr gemischt. Deutsche, Spanier, Franzosen, Italiener - aber am öftesten trifft man Engländer. Familien mit kleinen Kindern, Familien mit Jugendlichen oder Paare. Seltener sieht man Männer- oder Frauen-Gruppen in einer Flottille.


Die Begleitcrew organisiert verschiedene Freizeitaktivitäten, an denen man teilnehmen kann, aber nicht muss:

  • gemeinsames Abendessen

  • eine sogenannte Punsch-Party (VOR dem Abendessen)

  • Cocktail-Wettbewerb

  • Dinghy-Rennen

  • Regatta


Dinghy Race Flotilla Flotille Sunsail
Dinghy Race

Es sei noch gesagt, dass die Begleitcrew meist nur Englisch (und die lokale Sprache) spricht.


Laut Yacht gibt es mittlerweile auch deutschsprachige Flottillen. Das habe ich aber selbst noch nicht erlebt. Zur Sicherheit also nachfragen, falls dir das wichtig ist.



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